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Auszeichnung

Die Braut schmücken: „Ertragskraft und Vermögenswert steigern“

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Sie beschäftigen sich mit dem Gedanken, Ihr Unternehmen zu übergeben – sei es innerhalb der Familie oder an Fremde. Dann ist es an der Zeit, auch darüber nachzudenken, welchen Wert das Unternehmen hat bzw. haben kann. Denn schließlich wollen Sie einen angemessenen Kaufpreis erzielen und ein zukunftssicheres Unternehmen übergeben.

Es gibt 4 Stellhebel, die Sie dazu beeinflussen können:

1. Kosten- und Liquiditätsoptimierung
2. Umsatzsteigerung durch Realisierung von Wachstumspotenzialen
3. Optimierung der Finanzierung
4. Bilanzpolitik

1. Kosten- und Liquiditätsoptimierung

Eine Optimierung von Kosten und Liquidität eines Unternehmens können Sie bei folgenden wichtigen Ansatzpunkten erreichen:

  • Vorratsvermögen (Waren und Material)
  • Komplexitätsgrad
  • Kapazitätsauslastung
  • Personeller Wasserkopf (Overhead)
  • Working-Capital

Hinsichtlich dieser Ansatzpunkte beachten Sie bitte, dass Sie zur Steigerung des Unternehmenswertes, auch in Ihrem eigenen Interesse, die Kosten- mit der Umsatzseite in Einklang bringen müssen. Eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur reicht allein nicht aus, um sich am Markt zu behaupten. Eigenschaften wie Qualifikation und Motivation von Management und Mitarbeitern, Kundenorientierung, Liefer- und Innovationsfähigkeit spielen eine bedeutende Rolle. Falsche Sparmaßnahmen führen häufig dazu, dass auch Zukunftspotenziale wegrationalisiert werden.

Durch Integration von Lieferanten in die Prozessabläufe, die Auslagerung von Entwicklungsleistungen oder gemeinsame Entwicklungsarbeiten können Sie das Vorratsvermögen optimieren. Prozessabläufe müssen auf Verschwendung hin untersucht, und ggf. komprimiert oder neu strukturiert werden.

Verschwendung und nicht wertschöpfende Tätigkeiten, wie z.B. Doppelarbeiten oder zu hohe Lagerbestände sind zu vermeiden. Hinsichtlich des Komplexitätsgrades können Sie Kosten vermeiden, da Kunden nicht mehr bereit sind nicht gewünschte Produktbestandteile zu honorieren. Unrentable Geschäftsfelder sollten abgestoßen und kapazitive Überhänge abgebaut werden.

In den Bereich der Reduktion des personellen Wasserkopfes gehört auch eine Verminderung der Hierarchiestufen.

Die genannten ersten Ansatzpunkte betreffen auch den Bereich Working-Capital Ihres Unternehmens. Das Working-Capital ist die Differenz von Kurzfristigem Umlaufvermögen (liquide Mittel, Kundenforderungen, Vorräte, etc.) abzüglich kurzfristigem Fremdkapital (Lieferantenverbindlichkeiten, Kontokorrentkredite, etc.). Es sollte unbedingt positiv sein und möglichst 30 – 50% des Umlaufvermögens betragen. Jede Verbesserung dieser Unternehmenskennzahl führt zu einer Optimierung der Kapitalstruktur und der Mittelverwendung Ihres Unternehmens sowie zu einer Ertragsoptimierung. Steigende Cashflows (Zahlungsmittel-Überschüsse einer Periode) und somit eine stärkere Innenfinanzierungskraft sind die Folge. Ihre Unabhängigkeit von Finanzierern  und die Steigerung der Liquidität durch vermindertes Working-Capital macht Ihr Unternehmen deutlich attraktiver.

2. Umsatzsteigerung durch Realisierung von Wachstumspotenzialen

Für die Steigerung Ihres Unternehmenswertes sind die Marketing- und Vertriebsprozesse zu analysieren und optimieren.  Wichtige Ansatzpunkte sind dabei für Sie die Steigerung der Marketingeffizienz, die Optimierung der Vertriebsorganisation sowie Preise und Konditionen.

Für eine Umsatzsteigerung ist von entscheidender Bedeutung, ob sich von Ihnen neue Absatzkanäle erschließen lassen. Überdenken Sie ggf. das Anreizsystem für den Vertrieb.

Für eine Umsatzsteigerung durch Realisierung von Wachstumspotenzialen empfiehlt sich zunächst die Durchführung der sogenannten S.W.O.T.-Anlayse. Mittels dieses Instruments identifizieren Sie Ihre innerbetrieblichen Stärken und Schwächen sowie die umweltbedingten Chancen und Risiken. Die sorgfältige Anwendung kann große Auswirkungen auf Ihren Unternehmenserfolg durch Maximieren der Stärken und Chancen sowie Minimieren der Schwächen und Risiken haben.  Dabei ist die Kundenorientierung (sich in die Situation des Kunden versetzen) von herausragender Bedeutung.

3. Optimierung der Finanzierung

Stehen Sie als Unternehmer vor der Wahl, das Unternehmen mit Eigen- oder Fremdkapital auszustatten, sollten Sie neben betriebswirtschaftlichen Aspekten auch die Wirkung der Finanzierung auf einen evtl. geplanten Unternehmensverkauf oder auf die Erbschaftsteuer im Blick haben.

Von dem Sonderfall eines geringen Unternehmenswertes (< 1.000.000 Euro) abgesehen, zielt die erbschaftsteuerliche Finanzierungsempfehlung auf eine reine Eigenkapitalfinanzierung ab. Auch unter ertragsteuerlichen Gesichtspunkten ist diese rechtsformunabhängig  vorteilhaft. Somit ergibt sich im Rahmen einer gesamtheitlichen Steuerbetrachtung grundsätzlich die Empfehlung, rechtsformunabhängig das Unternehmen mit soviel Eigenkapital wie möglich auszustatten.

Die Ausnutzung des „Leverage-Effektes“, also die Hebelwirkung der Fremdkapitalzinsen auf die Verzinsung des Eigenkapitals, in wirtschaftlich guten Zeiten kann sich bei konjunktureller Abkühlung schnell negativ auf den Unternehmenserfolg auswirken. Der Einsatz von Fremdkapital bei einer Investition steigert die Eigenkapitalrendite so lange, wie die Fremdkapitalzinsen niedriger sind als die Rendite aus der Investition. Fremdkapital hat mit seinen Zinsen grundsätzlich Auswirkungen auf den Unternehmensertrag und damit im Rahmen einer Ertragswertermittlung auch auf den Unternehmenswert. Die Finanzierung als solche wirkt sich bei der Unternehmensbewertung grundsätzlich  nicht aus.

Unter Liquiditäts- und Ratingaspekten sollten Sie grundsätzlich die goldene Finanzierungsregel einhalten, welche besagt, dass Aktiv- und Passivvermögen über die gleiche Fristigkeit verfügen sollten. Anlagevermögen und wenn möglich auch Teile des Lagerbestandes sollten in Ihrem Unternehmen langfristig und nur die Teile des Umlaufvermögens, die über einen hohen Realisierungsgrad verfügen kurzfristig finanziert werden. Die Einhaltung der goldenen Finanzierungsregel hat für jeden Nachfolger einen hohen Stellenwert im Rahmen der zukünftigen Zusammenarbeit mit den Hausbanken.

4. Bilanzpolitik

Die Bilanzpolitik dient den unternehmerischen Zielen der Gewinnmaximierung und Gewinnminimierung. Bilanzpolitik können Sie immer dort betreiben, wo sie die größte Wirkung entfaltet. Die wesentlichen Bereiche sind von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich und betreffen im Mittelstand insbesondere:

  • Anlagevermögen (Abschreibungsarten, Nutzungsdauer)
  • Vorratsvermögen (Bewertung, Aktivierung)
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Wertberichtigungen)
  • Sonderposten Passiva (steuerliche Rücklagen, Sonderposten für Zuwendungen)
  • Rückstellungen (ungewisse Verbindlichkeiten, drohende Verluste aus schwebenden Geschäften)

Die wesentlichen Mittel der Bilanzpolitik sind:

  • Wahlrechte (Bewertungs-, Ansatz- und Ausweiswahlrechte)
  • Sachverhaltsgestaltungen (z.B. Leasing statt Kauf)
  • Ermessensspielräume (pessimistische oder optimistische Betrachtungsweise)

Die Mittel der Bilanzpolitik sind für die Stärkung der Ertragskraft und des Vermögenswertes Ihres Unternehmens aber nur begrenzt einsetzbar. Im Rahmen einer Unternehmensbewertung werden mittels Bilanzanalyse die Instrumente der Bilanzpolitik in der Regel erkannt und korrigiert. Die Bilanzpolitik dient grundsätzlich der Optik (Window-Dressing) eines Jahresabschlusses.

Fazit

Die Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzierungsstruktur und zur Optimierung der Kosten und Liquidität Ihres Unternehmens sind die geeignetsten Maßnahmen zur Stärkung der Ertragskraft und Erhöhung des Vermögenswertes. Mittels S.W.O.T.-Analyse lassen sich die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken eines Unternehmens sehr gut ermitteln. Die Ergebnisse können dann zu einer Umsatzsteigerung genutzt werden, die wiederum Ertrags- und Vermögenswert verbessern.

Als Fachberater für Unternehmensnachfolge beleuchten wir mit Ihnen die einzelnen Alternativen und erarbeiten mit Ihnen Ihren persönlichen Wertsteigerungsplan.

 
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