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Finanzierungsmöglichkeiten für den Käufer – Kreditgeber und Förderungsmöglichkeiten

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Für den Unternehmensübergeber ist der Kaufpreis der Lohn für die Arbeit, die er in sein Unternehmen, seinen Betrieb gesteckt hat. Außerdem dient er in den meisten Fällen der Absicherung des Alters des Übergebers.

Jedoch können die wenigsten Nachfolger den Kaufpreis bar auf den Tisch legen. Der Kaufpreis muss entweder finanziert oder durch eine entsprechende Ratenzahlungsvereinbarung gestundet werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, sich den Nießbrauch an dem Unternehmen vorzubehalten und damit den Kaufpreis quasi direkt aus den Erträgen des Betriebs zu finanzieren oder eine Leibrente zu vereinbaren, die normalerweise auf Lebenszeit gezahlt wird.

Für die Frage, wie der Kaufpreis gezahlt wird, spielen mehrere Aspekte eine Rolle. Neben persönlichen Aspekten (Verwandtschaftsgrad) sind vor allem die Finanzkraft des Übernehmers und die Absicherung des Alters für den Übergeber zu beachten. Auch steuerliche Aspekte sind dabei nicht außer Acht zu lassen.

Hinweis: Eigentümer, die ihr Unternehmen an ein Familienmitglied übergeben wollen, sollten daran denken, dass eventuelle Erbansprüche (z.B. Pflichtteile anderer Erben) die Unternehmensübergabe selbst bei wirtschaftlich gesunden Unternehmen finanziell stark belasten können.

In der Regel empfiehlt es sich, eine Mischung zwischen den einzelnen Formen zu wählen.

Eine Einmalzahlung hat den Vorteil, dass die Fronten eindeutig geklärt sind. Häufig ist aber die stufenweise Zahlung sinnvoller, da der Nachfolger nicht die notwendigen Mittel dafür hat.

Gerade wenn Sie junge Unternehmer aus der Familie oder dem Unternehmen ins Boot holen, sind diese auf zinsgünstige Finanzierungsmöglichkeiten angewiesen.

Allerdings muss der Kaufpreis dann abgesichert sein, damit der Übergeber nicht plötzlich mit leeren Händen dasteht.

Bei Darlehensvereinbarungen werden die Kaufpreisraten für einen begrenzten Zeitraum gezahlt. Hier biete es sich an, dass der Verkäufer für seine offene Kaufpreisforderung bankübliche Sicherheiten (z.B. eine Grundschuld oder eine Bürgschaft) erhält. Im Gegensatz zu Kaufpreisraten wird eine Leibrente in einer bestimmten Höhe in der Regel auf Lebenszeit gewährt. Mit einer Leibrente kann man auch noch eine Absicherung z.B. des Ehepartners erreichen, indem die Leibrente bis zum Tod des länger lebenden Partners gezahlt wird.

Bei Leibrenten ist zu klären, inwieweit eine Anpassungsklausel zum Inflationsausgleich vereinbart wird (z.B. durch eine regelmäßige Anpassung der Leibrente entsprechend der Steigerungen des Lebenshaltungskostenindex).

Praxis-Tipp:

Lassen Sie als Übergeber schon im Vorfeld ein stimmiges Finanzierungskonzept zusammen mit einem Altersvorsorgeplan ausarbeiten. Damit beeindrucken Sie nicht nur potentielle Käufer, sondern stellen auch sicher, dass der Kaufpreis so gestaltet ist, dass Ihr Ruhestand abgesichert ist.

Fördermöglichkeiten

In der Praxis müssen fast alle Übernahmen von Unternehmen mit Fremdmitteln (z.B. Darlehen, Krediten, Bürgschaften) finanziert werden. Um die Zinsbelastung zu reduzieren und die Neueigentümer in der Anfangsphase zu unterstützen, bieten der Bund und die Länder spezielle Förderprogramme an, die für Übernahmevorhaben vorgesehen sind.

Bei der Vielzahl der Programme ist es nicht leicht, das jeweils passende zu finden. Allein die Broschüre „Öffentliche Förderprogramme“ des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg (siehe Linksammlung unten) listet über 50 Fördermöglichkeiten für Existenzgründer und Übernehmer von Unternehmen auf. Deshalb ist hier eine fundierte Beratung durch den Steuerberater oder einen speziellen Finanzierungsberater sehr hilfreich.

Die öffentlichen Finanzierungshilfen werden in der Regel über die Hausbank beantragt. Ein Anspruch auf die Gewährung dieser Mittel besteht nicht. Vielmehr muss die Hausbank von dem Übernahmekonzept überzeugt werden. Stimmt diese zu, wird der Antrag an die entsprechende Förderbank weitergeleitet.

Die Fördermöglichkeiten reichen dabei von zinsverbilligten Darlehen, Bürgschaften für die Absicherung von Bankdarlehen bis zu Beteiligungen an dem jeweiligen Unternehmen in Form einer stillen Beteiligung oder einen direkten Beteiligung am Eigenkapital.

Für Beteiligungen gibt es in jedem Bundesland eigene Beteiligungsgesellschaften, die ausschließlich mittelständische Unternehmen unterstützen (z.B. die Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH (BayBG) oder die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg (MBG).

Für alle diese Fördermöglichkeiten gilt, dass der Firmenübernehmer ein schlüssiges Konzept zur Weiterführung des Unternehmens vorlegen kann. Dazu gehören ein ausführlicher Businessplan sowie ein Finanzplan.

Der Finanzplan sollte die Eigen- und Fremdkapitalmittel (Barmittel und Bankkredite) unter Berücksichtigung öffentlicher Fördermittel enthalten. Dabei sind auch die Kosten der privaten Lebensführung und der kurz- und langfristige Kapitalbedarf zu berücksichtigen. Aus der Differenz von Kapitalbedarf und Eigenkapital ergibt sich der Betrag, der finanziert werden muss.

Achtung: Den Antrag auf öffentliche Finanzierungshilfen muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden.

Links (mit Hinweisen zu Förderprogrammen):

Mecklenburg – Vorpommern:
http://www.nachfolge-mv.de/infos/foerdermoeglichkeiten

Baden-Württemberg:E http://www.newcome.de/existenzgruendung/download/Broschueren/Broschuere%20Foerderprogramme%20Juni%202010.pdf
E http://www.newcome.de/existenzgruendung/download/Broschueren/Broschuere%20Foerderprogramme%20Juni%202010.pdf

Bayern:
E http://www.stmwivt.bayern.de/fileadmin/Web-Dateien/Dokumente/wirtschaft/Foerderwegweiser.pdf

 
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