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Rechtzeitig die Unternehmensnachfolge planen

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Überraschungen vorbeugen – Erste-Hilfe-Maßnahmen

Durch frühzeitig geplante Unternehmensnachfolge Vermögen und Arbeitsplätze erhalten.

Zwei Millionen Familienunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50.000,-- € gibt es in Deutschland. Von ihnen müssen jedes Jahr rund 71.000 Firmen einen Nachfolger für den Chefsessel finden, weil der Inhaber die „Altersgrenze“ erreicht hat. Ein reibungsloser Generationswechsel gelingt nicht immer. Im Schnitt müssen ca. 6.000 Familienunternehmen stillgelegt werden, weil sie keinen Nachfolger finden. Dies hat fatale Folgen für Tausende von Arbeitsplätzen; aber auch jahrelang aufgebautes Vermögen des Unternehmers geht verloren.

71.000 Familienunternehmen mit zusammen fast 680.000 Beschäftigten werden nach einer Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn jedes Jahr „übergabereif“: Sie müssen aus den unterschiedlichsten Gründen ihren wirtschaftlichen Fortbestand sichern. Häufigster Grund ist in zwei Dritteln aller Fälle das Alter der Inhaberin oder des Inhabers; dies trifft auf jährlich 46.500 Unternehmen mit insgesamt 444.000 Beschäftigten zu.

Viele Unternehmer indes unterliegen einem Trugschluss. Sie meinen, wenn sie selbst sich – endlich – zu einer Übergabe ihrer Firma durchgerungen haben, stünde ein qualifizierter Nachfolger bereits in den Startlöchern. Das sehen erfahrene Berater realistischer: Als Hauptgrund für eine gescheiterte Firmennachfolge geben fast alle an, der Seniorchef habe sich „zu spät“ mit der Nachfolgeproblematik befasst.

Wie können Unternehmer sensibilisiert werden, sich frühzeitig um eine geordnete Nachfolge zu kümmern? So frühzeitig,

  • dass kein den Unternehmenswert mindernder Investitionsstau entsteht.
  • dass wichtige Entscheidungen nicht unter Zeitdruck getroffen werden müssen.
  • dass der Nachfolger sich – im Idealfall noch temporär vom Seniorchef begleitet – gründlich mit der Firma (und ihren Kunden) vertraut machen kann.

Eine Unternehmensnachfolge ist ein komplexer Vorgang, der nicht allein von Übergeber und Übernehmer, sondern unter Einbeziehung von externen, erfahrenen Berater (Steuerberater, Unternehmensberater, Rechtsanwalt/Notar) gemeinsam bewältigt werden sollte.

Steuerberater können sensibilisieren

Fast jedes Unternehmen wird von einem Steuerberater betreut. Der Steuerberater kennt, durch die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit, die Unternehmen, den Inhaber und das familiäre Umfeld. Er kann in Sachen Unternehmensnachfolge problematisierend wirken und hat Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen.

Wobei die Sicherung des Fortbestands einer Firma, ihres Know-hows und ihrer Arbeitsplätze die wohl weitreichendste Entscheidung eines Unternehmers ist. Sie trifft er auch in eigenem Interesse, geht es doch um nicht weniger als die Sicherung seines Lebenswerks. Und wer seine Nachfolge frühzeitig regelt, kann die Weichen in seinem Sinn stellen – auch für seine Erben.

Immerhin werden jedes Jahr 31.000 Firmen (44% aller übergabereifen Unternehmen) an Familienmitglieder übergeben und 7.300 Unternehmen (10%) an Mitarbeiter. 15.000 Firmen (21%) werden verkauft und 11.700 Betriebe (17%) von externen Führungskräften übernommen. 

Frühzeitig planen

Wie lange hat es gedauert, bis Sie Ihr Unternehmen aufgebaut haben?

3 bis 5 Jahre dauert es in der Regel, bis die Existenzgründungsphase überstanden ist und alles wie geplant läuft.

Und genau das ist auch der Zeitraum, den Sie einplanen sollten, wenn Sie Ihr Unternehmen übergeben oder verkaufen wollen. Je weniger Druck und Zwang dahinter steht, desto sorgfältiger können sie die Vorbereitungen und die Auswahl eines geeigneten Nachfolgers treffen.

Es gibt zwar keinen objektiv „richtigen“ Zeitpunkt für eine Unternehmensübergabe. Aber je besser das Unternehmen läuft, desto attraktiver ist es natürlich für einen Nachfolger.

Entsprechend der Ratingkriterien von Banken sollte die Nachfolge bis zum 55. Lebensjahr geklärt sein. Leider sehen viele Unternehmer in diesem Alter noch keine Notwendigkeit, weil sie sich in der Blüte ihres Lebens befinden und den Gedanken an Nachfolge noch in weiter Ferne sehen. Ab fünfzig Jahren sollte dennoch beim Unternehmer feststehen, ob eine familieninterne Nachfolge möglich ist oder später ein Verkauf ansteht. Dann können innerhalb von 3  bis 5 Jahren verbindliche Entscheidungen getroffen, Regeln und Projektplan vereinbart und ein angemessener Zeitpunkt zur Einarbeitung berücksichtigt werden.

Praxis-Tipp:

Planen Sie 3 bis 5 Jahre Vorlaufzeit ein, um alle Aspekte ausführlich abzuwägen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Formulieren Sie schriftlich für sich und Ihre Familie die Ziele, die Sie mit der Übergabe verfolgen.

Erstellen Sie dazu einen Projektplan, unter Mitwirkung erfahrener Berater (s.o.), mit den 5 Aspekten:

  • Personenbezogene Aspekte
  • Rechtliche Aspekte
  • Betriebswirtschaftliche Aspekte
  • Steuerliche Aspekte
  • Finanzielle Aspekte

Übergabegrund: „unerwartet“

Zu spät ist es jedes Jahr auch für jene 26% der Familienunternehmen, die „unerwartet“ übergeben werden müssen. Denn in 18.600 Betrieben mit zusammen 179.000 Beschäftigten erleidet der Firmenchef einen Unfall, erkrankt schwer oder stirbt – ein Schicksal, das einen Unternehmer in jedem Alter treffen kann. Dass in einem solchen Fall unerwarteter Geschäftsunfähigkeit die Kinder, die Ehefrau oder die Verwandtschaft „es schon richten“ werden ist ein Irrtum. Denn eine automatische (geschäftliche) Vertretung auf Grund von Ehe oder Verwandtschaft kennt das deutsche Recht nicht.

Keine automatische Vertretung

Niemand vertritt „automatisch“ einen anderen, der seine Belange selbst nicht mehr wahrnehmen kann: In einem solchen Fall bestimmt das Vormundschaftsgericht einen – vertrauten oder auch fremden – Betreuer. GmbH-Geschäftsführer oder Prokuristen eines Handelsgewerbes verlieren mit Eintreten der Geschäftsunfähigkeit ihre Organstellung bzw. ihre Prokura. Bei erlaubnispflichtigen Gewerben kann der Gewerbebetrieb infolge Geschäftsunfähigkeit untersagt werden.

Unternehmer verdrängen offensichtlich die latente Gefahr unvorhersehbarer Ereignisse in der Geschäftsführung. Man kann davon ausgehen, dass gut die Hälfte aller Unternehmer in Deutschland überhaupt eine geregelte Stellvertretung hat. Ganz trübe sieht es hier mit der Nachfolgeplanung aus. So zeigen Erhebungen, dass nur gut ein Viertel der Firmenchefs die Nachfolge geregelt haben (z. B. durch Testament oder Erbvertrag). Unternehmerischer Weitblick sieht anders aus.

Notfallplanung:

Für den Fall der Fälle sollten Sie vorbereitet sein. Aus diesem Grund sollten folgende Punkte kritisch prüfen:

  • Rechtliche Absicherung
    Besteht ein Ehevertrag?
    Was passiert im Falle einer Scheidung?
    Wurde ein Testament/Erbvertrag gemacht?
    Wenn ja, entspricht der Inhalt noch den gewünschten Zielen der aktuellen
    Lebenssituation?
    Was steht im Gesellschaftsvertrag?
    Ist die Erbregelung im Gesellschaftsvertrag mit Testament oder Erbvertrag
    abgestimmt?
  • Unternehmerische Absicherung
    Existiert ein Betriebshandbuch?
    Sind Stellvertretungen geregelt?
    Existieren Vollmachten?
    Mit anderen Worten: Läuft der „Laden“ auch ohne Sie?
  • Finanzielle Absicherung
    Lebensversicherungen
    Altersversorgung des Seniors
    Finanzielle Absicherung der Familie im Notfall (z. B. Berufsunfähigkeitsschutz)

Überlassen Sie hier nichts dem Zufall. Überprüfen Sie frühzeitig Ihre aktuelle Situation. Hier sollten Sie Experten mit hinzu ziehen.

Praxis-Tipp:

Speziell für die Überprüfung der persönlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens und des Unternehmers haben wir einen „Unternehmens-Check-up“ entwickelt. Mit Hilfe eines Fragesystems (teilweise Selbsteinschätzung), stellen wir ähnlich wie der Hausarzt beim Gesundheits-Check-up, die Diagnose. Jetzt kann die Behandlung/Therapie erfolgen, gegebenenfalls durch Hinzuziehung von Spezialisten (Notar, Unternehmensberater, Versicherungsvertreter).

 
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